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Gabor – Meilensteine der Unternehmensgeschichte

1949 - 1959

1949

Bernhard und Joachim Gabor gründen in Barmstedt bei Hamburg eine Schuhfabrik. Die erste Steppmaschine, eine Singer 34, wird gegen die goldene Sprungdeckeluhr vom Vater eingetauscht. Sogenannte „Jedermann-Schuhe“ waren der Anfang, aber nicht unbedingt ein Geschäft. Sie werden gleich im näheren Umkreis verkauft. Aus Amerika wird die California-Machart übernommen, weil man ohne aufwendigen Maschinenpark produzieren kann.

1951

Nach einer USA-Studienreise setzt Gabor als erster in Deutschland eine Maschine zur Fertigbearbeitung loser Sohlen ein (Prefinished-Sohlen).

1952

Die erste eigene Fabrik wird in Barmstedt gebaut (August-Christen-Straße). Die Perfektion der Verarbeitung spricht sich herum. Gabor-Californias sind der Renner. Händler bieten Vorkasse, um damit beliefert zu werden. Gabor bricht in die Phalanx der klassischen Schuhanbieter ein. Mit der Vorlage der Kollektion bei der damaligen Ringschuh beginnt die Zusammenarbeit mit den Verbundgruppen.

1955

Die Californias werden abgelöst durch Ago-Ballerinas, wobei alte Erfahrungen genutzt werden können. Die Produktion ist auf knapp 200.000 Paar gestiegen.

1956

Gabor setzt als erstes Unternehmen in Deutschland vorgefertigte Sohlen für die Ago- Produktion ein. Das wagte man selbst in Amerika noch nicht.

1959

Expansion: In Barmstedt wird Werk II (Nappenhorn) errichtet, eine sehr moderne Fabrik mit idealen Arbeits- und Produktionsbedingungen. Die Produktion kann der Nachfrage kaum folgen. Die Paarzahlen werden kontingentiert verteilt.

1960 - 1969

1960

Gabor bietet erstmals Absätze mit Stahlflecken an. Die Kollektion wird aufgrund ihres kreativen und technischen Niveaus immer gefragter. Gabor geht nun auch nach Österreich und nimmt in Spittal an der Drau die Produktion auf. Der EFTA-Raum wird von Österreich aus erschlossen.

1961

Für den wachsenden Schweizer Markt wird die Gabor Vertriebsgesellschaft in Zug gegründet.

1962

Die rationelle Serienfertigung erlaubt es Gabor, Boxcalf-Pumps zu so günstigen Preisen anzubieten, wie sie bisher nur für Rindbox-Schuhe möglich waren.

1964

Nach dem Vorbild Barmstedt II wird in Spittal das Werk I gebaut und in Betrieb genommen. Neue Auslandsmärkte werden gewonnen.

1965

Schuhfachleute aus USA und anderen Industrieländern besuchen Gabor wegen seiner beispielhaften Fertigungsmethoden. In Rosenheim wird der Grundstein für den neuen Firmensitz gelegt.

1966

Das Jahr wird vom frühen Tod des Mitbegründers Bernhard Gabor überschattet. Rosenheim wird neuer Standort und Firmensitz. 60 Familien übersiedeln von Barmstedt nach Rosenheim – ein Exodus, den es in der Branche bislang noch nicht gegeben hat.

1969

Expansion: In Spittal wird Werk II in Betrieb genommen. Gabors Ruf als Qualitätsmarke festigt sich. Die freiwilligen Sozialleistungen haben bereits die Millionengrenze überschritten. In Oldenburg/Holstein wird eine Zweigstepperei errichtet.

1970 - 1979

1970

Gabor beschäftigt 1.700 Mitarbeiter, produziert 18.000 Schuhe am Tag und beliefert über 5.000 Schuhfachgeschäfte in ganz Europa. Die Marke Gaby macht sich als junges Programm selbständig, Motto: Viel Schuh, viel Chic für wenig Geld.

1971

Die 100 Mio. DM-Umsatzhürde wird überschritten. Gabor bringt mit AnaNina ein Komfortprogramm auf den Markt, der Vorgänger von Gabor comfort.

1973

Expansion: Bau eines modernen Hochregallagers in Spittal. Im Iran wird die Gabor Iran Shoe Company als Joint-Venture gegründet, eine neue Produktionsstätte gebaut und in Betrieb genommen. 1974 wird sie offiziell eröffnet.

1976

Neben Spittal und Lienz/Osttirol (1974) wird jetzt auch in Villach produziert. Gabor übernimmt dort den in Schwierigkeiten geratenen Medicus-Betrieb und sichert damit 100 Arbeitsplätze.

1977

Gründung eines Vertriebsbüros in Amerika. Sitz ist das Empire State Buildung in New York.

1978

Der Umsatz überschreitet die 200 Mio. DM-Marke. Mehr als 3.000 Mitarbeiter stellen arbeitstäglich 25.000 Paar Schuhe her. Inbetriebnahme eines modernen Hochregallagers in Rosenheim.

1979

Expansion: In Spittal wird eine neue Produktions- und Lagerhalle in Betrieb genommen. Udo Jürgens ist Stargast bei den Mitarbeiterfesten zum 30-jährigen Firmenjubiläum.

1980 - 1989

1980

Gabor übernimmt die amerikanische Schuhhandelskette Prague’s und verschafft sich damit Zugang zum amerikanischen Markt. Im steierischen Deutschlandsberg wird in gemieteten Räumen mit der Schäfteproduktion begonnen. Die Aktivitäten im Iran werden durch den Regierungsumsturz eingestellt.

1982

In Deutschlandsberg wird das 1981 fertiggestellte und in Betrieb genommene Werk offiziell eröffnet, in der Schweiz das neugebaute Bürohaus bezogen. Beginn der vierten Ausbaustufe in Rosenheim: Die Produktionshalle wird erweitert und mit dem Hochregallager verbunden.

1983

Gabor segmentiert sein Angebot nach Zielgruppen. Lady Gabor wird selbständige Produktsparte mit eigenem Außendienst. In Spittal wird auf Initiative von Gabor die Werkmeisterschule für die Schuhindustrie gegründet. Importe aus Fernost überschwemmen den Markt mit Billigschuhen und machen Anbietern wie Gabor hart zu schaffen. Gabor setzt diesem Wettbewerbsdruck „Global sourcing“ entgegen: Komponenten, wie beispielsweise Schäfte, werden unter eigener Regie fremd-gefertigt oder aus kostengünstigeren Ländern zugekauft.

1984

Gabor bildet über 300 Lehrlinge aus. Jeder zehnte Mitarbeiter ist Auszubildender. Ausbildung wird als Mittel zur langfristigen Nachwuchssicherung groß geschrieben.

1986

Das über Österreich aufgebaute Ostgeschäft kommt infolge Devisenmangel fast vollständig zum Erliegen. Die steil nach oben gerichtete Umsatzkurve bekommt eine spürbare Delle. Der Markt zwingt zu weiteren Produktionsverlagerungen ins Ausland. In Portugal wird die Schäfteproduktion aufgenommen.

1987

Gabor steigt mit Holly Jollys Relaxing Shoes in den modischen Freizeitmarkt ein. Die CAD-Technik hält Einzug in der Modellentwicklung. Die Zweigstepperei in Lienz wird geschlossen.

1990 - 1999

1990

69 % aller Frauen zwischen 14 und 64 Jahren kennen Gabor. Damit ist Gabor die Marke mit dem höchsten Bekanntheitsgrad unter den reinen Damenschuhanbietern.

1991

Das neue Werk in Silveiros/Portugal wird in Betrieb genommen, die Verwaltung von Trofa nach Silveiros verlegt. In Barmstedt wird die Schließung des Stammwerkes zum 31. Januar 1992 bekanntgegeben. In den 43 Jahren des Bestehens sind genau 29.724.168 Paar in Barmstedt hergestellt worden.

1992

Gabor wird mit dem Deutschen Lederwarenpreis ausgezeichnet. Das Werk Spittal stellt auf Gruppenarbeit um. Die Telekommunikation via Satellit hält bei Gabor Einzug. Die ersten Videokonferenzen werden eingeführt. Die Produktion in Deutschlandsberg wird eingestellt und der Betrieb geschlossen.

1994

Ein Teil der Rosenheimer Produktionshalle wird in ein modernes Kreativcenter umfunktioniert. Mit „Gaborella“ wird eine neue Produktlinie für die günstigeren Konsumpreislagen eingeführt. Sie wird später in Gabor Sport umbenannt. Die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft wird für 1. Januar 1995 beschlossen.

1996

Gabor nimmt den Produktionsbetrieb in der Slowakei auf. Grundsteinlegung für das neue Werk in Banovce, das 1997 offiziell in Betrieb genommen wird. In Liptovsky Mikulas wird eine weitere Schäftefertigung aufgebaut.

1997

Gabor steigt aus dem US-Geschäft aus. Das Shop & Store Concept wird realisiert.

1998

Gabor ist jetzt auch Männersache: Eine Herrenschuhkollektion wird auf den Markt gebracht. Gabor geht mit dem höchsten Umsatz im Inland (276,1 Mill. DM), dem höchsten Umsatz im Ausland (157,9 Mill. DM) und mit der höchsten Produktion in der Unternehmensgeschichte (6,3 Mill. Paar) in die zweite Hälfte des ersten Firmenjahrhunderts.

1999

Gabor feiert sein 50-jähriges Firmenbestehen.

2000 - 2009

2001

Gabor übernimmt die Lizenz für Camel active footwear und vergibt eine Lizenz für Gabor bags.

2003

Gabor leidet unter der schlimmsten Konsumflaute seit Kriegsende in Deutschland. Produktionskapazitäten und Kostenstrukturen werden dem rückläufigen Auftragseingang angepasst, die Musterfertigung wird von Rosenheim nach Spittal verlegt.

2004

Gabor vergibt eine Lizenz für Schuhpflegemittel. Die Produktion in Portugal konzentriert sich auf den Standort Silveiros, Trofa wird geschlossen. Beim Auftragseingang zeichnet sich eine Trendwende ab.

2005

Generationswechsel. Joachim Gabor, Mitbegründer des Unternehmens, übergibt die Unternehmensleitung an seinen Sohn Achim und wechselt in den Aufsichtsrat.

2006

Gabor bringt ein ausgefeiltes Konzept für verschiedene Stiefelweiten im Wadenbereich, das am Markt einschlägt wie eine Bombe.

2007

Gabor kommt mit Kinderschuhen auf den Markt.

2008

Der Umsatz übersteigt erstmals 300 Mio. € (inkl. Lizenzen). Zum Jahresende sind 400 Gabor-Flächen im Schuheinzelhandel in Betrieb. Gabor übernimmt die spanische Schuhmarke Snipe.

2009

Gabor feiert sein 60-jähriges Jubiläum. In den 60 Jahren hat Gabor insgesamt 233,9 Millionen Paar Schuhe produziert und abgesetzt.

2010 - 2015

2010

Gabor eröffnet Schuhmuseum auf der Landesgartenschau in Rosenheim. Gabor führt mit rollingsoft den Schuh mit Abrolleffekt ein, der die Körperhaltung sowohl beim Gehen, als auch beim Stehen verbessert.

2011

Gabor vergibt eine Lizenz für Hausschuhe unter der Marke Gabor home.

2013

Gabor gewinnt erneut die TW-Studie Damenschuhe (beste Damenschuhmarke, größtes Zukunftspotential). Im selben Jahr verstirbt Mitbegründer und „Schuhmacher aus Leidenschaft“ Joachim Gabor.

2014

Nachhaltigkeitspreis Focus Money & Schuhkurier-Award erhalten: Bester Hersteller 2014

2015

Gabor wurde als besonders familienfreundlicher Betrieb in ihrer Region mit dem „Familienlöwen“ ausgezeichnet.

Gabor erweitert das bestehende Logistikzentrum in Mindelheim, westlich von München. Mit mehr als 40 Millionen Euro wird es die größte Einzelinvestition in der über 65-jährigen Geschichte des Unternehmens.